Als ich den Anruf mit David Naef beendet hatte, war ich aufgeregt und voller Vorfreude. Der erste Einsatz als bestatterin stand mir bevor. Aber ist das überhaupt der richtige Ausdruck, wenn es um den Tod geht? Freude? Da wartete ich nun und machte mir Gedanken über die bevorstehende Aufgabe und meine Vorfreude.

Um 16.30 holte mich David in Birsfelden ab. Unsere Fahrt führte uns über Basel nach Arlesheim ins Hospiz im Park. David gab mir noch Infos zum Ablauf und Tipps.

Die Familie des Verstorbenen empfing uns herzlich. Etwa eine Stunde dauerte das Trauergespräch mit den Angehörigen. Die Ehefrau, die Kinder und sogar ein Enkelkind waren dabei. David führte durch das Gespräch, informierte und bot Hilfeleistungen an. Ich empfand dieses Gespräch als sehr angenehm. Tränen, Diskussionen, Ideen, Lachen, alles hatte Platz. Danach konnten sich die Angehörigen nochmals in aller Ruhe von ihrem geliebten Menschen verabschieden.

Bestattungen in Basel und Bern
Bestatterin Susanne Fuchs

 

Nach einer Weile gaben sie uns Bescheid, dass wir den Sarg holen konnten. Bereits beim Trauergespräch hat David die Angehörigen informiert, dass sie sehr gerne beim Einbetten in den Sarg dabei sein oder auch mithelfen dürfen. Dieses Angebot haben die Kinder des Verstorbenen sehr gerne angenommen. Sogar das Enkelkind wollte mithelfen.

Mit viel Gefühl wurde der geliebte Mensch in den Sarg eingebettet. Viele Erinnerungen und Zeichnungen von den Enkelkindern fanden im Sarg auch Platz, um auf die letzte Reise mitzugehen. Mit viel Ruhe und Zeit brachten wir den Sarg zum Auto und verabschiedeten uns vom Pflegepersonal des Hospiz zum Park.

Danach startete die Reise von Arlesheim über Basel nach Riehen zum Friedhof Hörnli. Dabei wurden wir von den Angehörigen begleitet. Nachdem wir uns von ihnen verabschiedet haben, brachte David mich zurück nach Birsfelden, wo wir noch über das Erlebte gesprochen haben.

Es war für mich eine sehr eindrückliche Erfahrung einmal bei einer Bestattung mithelfen zu dürfen. Dass die Angehörigen bei allen Schritten dabei sein können, aber nichts müssen, finde ich sehr wertschätzend. Zeit wird zur Nebensache, die Menschen stehen im Zentrum. Ich bin dafür dankbar, dass ich Teil dieses Moments sein durfte.

Und heute habe ich für mich entschieden, dass ich sagen darf, dass mir diese Arbeit Freude bereitet. Dass es eine schöne Arbeit ist. Als Bestatter/-in darf man Menschen beistehen, helfen, sie im schwersten Moment des Lebens unterstützen. Man darf ihnen Zeit und Mitgefühl schenken. Und was mir nicht weniger wichtig ist, der verstorbene Mensch darf würdevoll von uns gehen.

 

Share Button